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Workshop 24.09.2014: Frankfurter Programm Würde im Alter – Statement Iris Schroll

Workshop 24.09.2014: Frankfurter Programm Würde im Alter – Statement Iris Schroll

Bild oben: Iris Schroll, Alloheim Seniorenresidenz Mainpark

 

Die Fördermittel der Stadt Frankfurt im Rahmen des Programms „Würde im Alter“ verwendeten wir in unserem Haus seit 2002 für die sogenannten „Wohnküche“. Ein Wandel der Bewohnerschaft erfordert nun neue Millieugestaltung und andere Betreuungskonzepte.

Unsere Wohnküche wurde speziell eingerichtet für vorwiegend mobile Bewohner und Bewohnerinnen mit herausforderndem Verhalten sowie für Menschen, die einen besonderen Betreuungsbedarf haben. Die städtischen Fördermittel ermöglichten uns darüber hinaus Fortbildungen, die dem betreuenden Personal und auch Pflegekräften ein hohes Verständnis für diesen Personenkreis vermittelten. Die Mitarbeiter wurden dadurch befähigt, ihre psychosoziale Arbeit auf die speziellen Bedürfnislagen dieser Bewohnergruppe hin differenzierter auszurichten, um den Betreuten mehr Sicherheit und Ruhe zu ermöglichen.

Im Laufe der letzten Zeit stellten wir jedoch fest, dass sich die Gruppe der demenziell erkrankten Bewohnerinnen und Bewohner veränderte. Immer mehr neue Heimbewohner befinden sich heute in einem weit fortgeschrittenen Stadium der Demenz, sind aufgrund körperlicher Einschränkungen immobil und nur kurzfristig zu aktivieren.

Sie benötigen immer mehr Unterstützung, sodass der Pflegebedarf den der Betreuung übertrifft. Die Menschen in dieser „neuen“ Bewohnergruppe können ihre Bedürfnisse nicht mehr verbalisieren und auch ihre nonverbale Kommunikation ist stark eingeschränkt. Das heißt auch, dass eine aktive Beteiligung am Gruppengeschehen in der Wohnküche nicht mehr möglich ist. Diese Personen sind mit Interaktionen in einer Gruppe überfordert und benötigen ein reizreguliertes Milieu. Wir mussten erkennen, dass die erste Betreuungskonzeption, die wir den Fördergeldern danken, nicht mehr ausreichend umgesetzt werden konnte.

Die Betreuungskräfte wagten zwar noch die „Quadratur des Kreises“, indem sie zu Beginn des Wandels versuchten, beiden Bewohnergruppen gerecht zu werden. Dies konnte aber nicht gelingen.

Daher haben wir uns – im Zuge der begleitenden Beratung – die Diplom-Gerontologin Gabriele Scholz-Weinrich ins Haus geholt und erarbeiteten mit ihr die Idee, eine Tages-Oase einzurichten.

Es entstand nun ein besonderer Raum, in den die betreffenden Personen ganztägig oder auch stundenweise in einem reizarmen Milieu betreut werden. Durch Licht, den gezielten Einsatz von Musik und Düften sowie auch Ruhephasen, die sich mit Aktivitäten abwechseln, wollen wir dazu anregen, dass diese Bewohnerinnen und Bewohner ihre Eigenwahrnehmung stärken und die Sinneswahrnehmung weitgehend erhalten sollen.

In dieser Tages-Oase, die wir neben der bisherigen Wohnküche parallel anbieten, wäre die permanente Anwesenheit einer Betreuungskraft zwar wünschenswert, aber aus personellen Gründen ist dies nicht möglich. Mindestens alle 30 bis 60 Minuten soll nun eine kurze Betreuungseinheit erfolgen.

Wichtig ist uns vor allem, dass dieses Angebot neben der Wohnküche eine integrierende Ergänzung betreuerischer Pflegearbeit ermöglicht. Es handelt sich um einen geschützten Raum des Hauses, wo sich Menschen gemeinsam aufhalten, die am aktiven Leben im Hause nicht mehr teilhaben können.

Derzeit befinden wir uns in der ersten Erprobungsphase, da wir erst vor vier Wochen mit der Tages-Oase begonnen haben. Wir können daher noch keine nennenswerten Erfolge präsentieren. Wir sind aber sehr gespannt, wie sich diese Art der Betreuung auf diesen Personenkreis auswirken wird.



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