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Lebensqualität dank guter Kommunikation und Atmosphäre

Lebensqualität dank guter Kommunikation und Atmosphäre

Das neue Martha-Haus feiert 20-jähriges Bestehen und schaut auf 150-jährige Tradition.

Im Foyer der Pflegeeinrichtung Martha-Haus drängten sich am 24. April 2016 viele Gäste. Ging es doch darum, 150 und 20 Jahre Haustradition zu feiern und darüber etwas zu erfahren. Das heutige Gebäude liegt nahe dem Frankfurter Museumsufer in Sachsenhausen und wurde 1996 als modernes neues Altenpflegeheim eröffnet gepaart mit viel Sinn für Kunst nach dem Motto „Kultur der Pflege ist Pflege der Kultur“.

Bild oben: Mona Beck – Lebensqualität und Pflegequalität gehören in der Pflegeeinrichtung eng zusammen. Foto: Beate Glinski-Krause

 

Mona Beck, die das Haus leitet, hieß die Jubiläumsgesellschaft herzlich willkommen und zeigte, wie das Zusammenleben gelingt. Denn neben Pflege und Betreuung sorgen viele kulturelle Ereignisse dafür, dass der Austausch zwischen Hausbewohnerschaft und Stadtteil vertieft wird. Die regelmäßigen Vernissagen, in denen Künstler der Region ihre Bilder, Kollagen oder Skulpturen ausstellen, verstärken diese Bindung zwischen Innen und Außen, zwischen jungen und alten Menschen. Daher stellten viele Kunstschaffende extra fürs Jubiläumsfest Bilder aus, um die Vielfalt ihrer Stile zu zeigen und den Dialog zu fördern. Dass diese Werke die Besucher anregten, zeigte sich in spontanen Gesprächsgruppen vor den Exponaten, etwa vor einem ausdrucksvollen Porträt mit dem Titel: „Passion Christi“.

Dass auch Betreuung und Pflege eine Art Kunst sind, um mit Menschen so umzugehen, dass sie sich gut fühlen können, hob Leiterin Beck hervor. Sie dankte daher allen im Hause tätigen Personen, die miteinander in gutem Austausch stehen, was ihr eine Herzensangelegenheit ist. Dies sei möglich, obgleich man sich in Pflege und Betreuung immer wieder auf neue Entwicklungen einzulassen habe und die Standards in allen Tätigkeitsfeldern stiegen.

 

Jürgen Telschow hielt die Festrede, die auch in Gebärdensprache übersetzt wurde. Foto: Beate Glinski-Krause

Bild oben: Jürgen Telschow hielt die Festrede, die auch in Gebärdensprache übersetzt wurde. Foto: Beate Glinski-Krause

 

Wie sehr soziale Einrichtungen Kinder ihrer jeweiligen Zeit sind, zeigte der Festvortrag von Oberkirchenrat i. R. Jürgen Telschow. 1866 sei das Haus für junge Mädchen gegründet worden, die als Dienstmägde auf Arbeitssuche waren. Zu den Gründern der Stiftung Martha-Haus gehörten damals bekannte Frankfurter Familien wie von Metzler, Lucius und von Bernus. In jener Zeit war die Bevölkerung Deutschlands derartig schnell gewachsen, sodass Menschen in die Städte zogen oder gar in andere Länder auswanderten, um überhaupt ein Auskommen zu erlangen, sagte der Redner. Das Haus erfüllte in den Folgejahren vielfältige Aufgaben, die durch kirchliche Verbände und bürgerschaftliches Engagement überhaupt erst möglich wurden.

Die ehrenamtliche Stadträtin Elke Sautner hob hervor, dass aus dem ursprünglichen Mägde-Haus eine private Haushaltungsschule wurde, dann eine Unterkunft für allein reisende Damen und schließlich eine Pflegeeinrichtung für alte Menschen. Dieses Wechselspiel sozialer Entwicklungen in der Stadt und wie sich die engagierte Bürgerschaft und die kirchlichen Verbände darauf einstellten, bestimme die jeweilige Nutzung einer derartigen Einrichtung wie das Martha-Haus.

Noch heute wird die Pflegeeinrichtung vom „Verein Altenheim Martha-Haus“ unterstützt, der seine Trägerschaft nach dem Neubau 1996 an die Evangelische Gesellschaft abgetreten hatte. Er ist die treibende Kraft, die sowohl die Aktivitäten für das Haus aktiv begleitet als auch Veranstaltungen koordiniert, die die Menschen des Stadtteils einbeziehen.

Die Festschrift „150 Jahre Martha-Haus – 20 Jahre Neubau Martha-Haus“ wurde von Jürgen Telschow und Helmut Ulrich verfasst und vom Verein Altenheim Martha-Haus herausgegeben. Die Schrift kann angefordert werden über:

Kuratorium Barbara Koch, Tel. 069/61 41 75,
Mail: kuratorium.marthahaus@gmail.com

 

Text: Beate Glinski-Krause



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