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Gesellschaftsfähigkeit eines typischen Frauenberufs etabliert

Gesellschaftsfähigkeit eines typischen Frauenberufs etabliert

Schwester Basina Kloos erhielt am 8. Dezember 2015 die Ehrendoktorwürde der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) verliehen. „Ich habe nur meine Pflicht getan“, sagte sie in Ihrer kurzen, prägnanten Dankesrede vor über 200 Gästen.

Bild oben: Nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde: eine entspannte Schwester Dr.rer.cur. h. c. M. Basina Kloos, die ehedem Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen war.

 

Diese Pflichtausübung führte etwa zur Rettung der Hochschule um die Jahrtausendwende, weil diese von der Schließung bedroht war. Mit vereinten Kräften, Mut und geduldiger Überzeugungsarbeit gelang es Schwester Basina ferner, die PTHV in den Folgejahren auf eine finanziell sichere Basis zu stellen, wie Laudator Prof. Dr. Hermann Brandenburg, Dekan der Pflegewissenschaftlichen Fakultät, berichtete. Darüber hinaus war sie an der Gründung der ersten Pflegewissenschaftlichen Fakultät in Deutschland maßgeblich beteiligt, die in der Hochschule in Vallendar im Jahre 2005 ihre Arbeit aufnahm. Der Grund war, den Anschluss an die internationale Entwicklung in der Pflegewissenschaft zu sichern und den europäischen Vergleich zu ermöglichen, hob Brandenburg hervor. Ferner habe sich die durchsetzungsfähige Ordensfrau nachdrücklich für die Implementierung der Pflegekammer in Rheinland-Pfalz eingesetzt. Diese umfasst unterdessen rund 40 000 Mitglieder. In den meisten Staaten Europas bestehen Pflegekammern, laut Fachzeitschrift „Monitor Pflege 2/2015“. Zehn Staaten hätten aber flächendeckend noch keine. Es handelt sich um Deutschland, die drei Staaten des Baltikums, Dänemark, die Niederlande, Belgien, Tschechien, Österreich und die Schweiz.

Aus vielen weiteren Gründen wurde Schwester Basina die Ehredoktorwürde zuerkannt, etwa weil dank ihrer Mitwirkung ein Promotionsstudiengang der Pflegewissenschaften im Jahre 2008 seine Lehrtätigkeit beginnen konnte. Der erfolgreiche Abschluss dieses Studiums endet mit der Verleihung des Titels: Dr. rer.cur.

In der Dankesrede wies die Ordensfrau darauf hin, dass die Pflegewissenschaftliche Fakultät eine lange Geburtsphase hatte. Wären die Überzeugung und die Bereitschaft zu kämpfen nicht Hand in Hand gegangen, gäbe es diese Einrichtung heute nicht. Es sei gerade im kirchlichen Genehmigungsverfahren aufwendig gewesen, sie zu realisieren. Zur Pflegekammer äußerte sie, dass diese die Bedeutung der Pflege in der Gesellschaft stärke, denn in den entscheidenden Fragestellungen kämen die Pflegenden selbst zu Wort und es werde nicht über sie verhandelt. Weil im Gesundheitswesen immer mehr in komplex zusammengesetzten Teams gearbeitet werde, müssten alle Beteiligten auf Augenhöhe – also gleichberechtigt – kooperieren. Daher werde es besonders angesichts des demografischen Wandels wichtig sein, dass Pflege- und Medizinwissenschaften zusammenwirken, denn die Ärzte könnten diese Aufgaben im Alleingang nicht bewältigen. Das Pflegewissen müsse hinzukommen, um aus ganzheitlicher Sicht und Reflexion die daraus folgenden Maßnahmen für die Betroffenen überhaupt erst zu ermöglichen.



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