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Die Mainmetropole hält am Frankfurter Programm Würde im Alter fest

Die Mainmetropole hält am Frankfurter Programm Würde im Alter fest

Der Sozialausschuss der Stadt Frankfurt tagte am 24. Juni 2019 im voll besetzten Sitzungssaal „Haus Silberberg“ im Römer und steht zu mehr Lebensqualität für pflegebedürftige Menschen in der ambulanten und stationären Altenpflege.

Bild oben: v.l.n.r.: Ulli Jefcoat, Projektleiterin FPWiA Anlagenring, Anna Grundel, Leiterin Altenpflegeheim Anlagenring, Ramona Wagner, Mitglied im Ethikkomitee des FPWiA

 

Auf der Agenda des Abends stand auch das „Frankfurter Programm Würde im Alter“, mit dem die Stadt zusätzliche Mittel für Betreuungsleistungen in der ambulanten und stationären Altenpflege seit 2001 finanziert. Wegen Sparzwangs habe das Programm ab 2018 gekürzt werden müssen, weil es im Rahmen freiwilliger Leistungen finanziert werde, erklärte Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld, CDU. Dies bedingte unterdessen einen personellen Rückgang in den Programmprojekten der Heime und damit eine Reduktion der Angebote. Dennoch fördert die Stadt das Programm weiterhin und will möglichst allen Einrichtungen eine Teilhabe daran ermöglichen.

Die Stadtverordnete Sylvia Momsen von den GRÜNEN setzt sich für den Fortbestand des Programms ein, auch weil sich dadurch eine einmalige Kooperation entwickeln konnte. So habe sich nicht nur die Betreuung pflegebedürftiger Menschen ausdifferenziert, sondern es sei auch eine innovative Zusammenarbeit aller Pflegeheime in Frankfurt entstanden. Mehr Lebensqualität für Menschen mit Pflegebedarf habe sich durch diesen gemeinsamen Lernprozess entwickelt, der mehr Offenheit in der Qualitätsentwicklung der stationären Pflege bedingt. Unterdessen haben sich neben vielen Einzelprojekten – etwa für Menschen mit Demenz – für alle Heime nutzbare Angebote entwickelt wie das Ethikkomitee in der Altenpflege oder auch ein Projekt der palliativen Begleitung und Abschiedskultur.

Durch die Neuausrichtung der Pflegeversicherung müsse nun das Frankfurter Programm Würde im Alter neu aufgestellt werden, berichtete die Sozialdezernentin während der Sitzung. Denn auf das Pflegesystem kommen gesetzlich neue Anforderungen in Pflege und Betreuung zu – etwa in der Versorgung von psychisch und psychiatrisch erkrankten Menschen. Hier seien Weiterbildung und Schulungen erforderlich, um auch diesen Personenkreis professionell zu unterstützen.

Die Stadtverordnete Ursula Busch, SPD, präzisierte, dass die Stadt mit dem Frankfurter Programm ein Versagen der Bundespolitik teilweise auffange und das aber nur begrenzt leisten könne.

Das Frankfurter Programm wurde bereits in den 90er Jahren vom Frankfurter Forum für Altenpflege (FFA) – dem trägerübergreifenden Netzwerk der Heimleitenden – initiiert, weil die Pflegeversicherung ab 1996 nur ungenügend psychosoziale Betreuung in den Pflegeeinrichtungen vorsah.

Eine PR-Konzeption für das FFA war Vorlage für die Realisation und brachte dem FFA im Jahr 2003 die Verleihung des Deutschen PR-Preises der DPRG ein.

Dank der städtischen Förderungen konnten und können neue Projekte umgesetzt werden, um den wachsenden Anforderungen in den Pflegeeinrichtungen und einer älter werdenden Gesellschaft gerecht zu werden. Wie die Finanzierung künftig gestaltet sein wird, steht noch nicht fest.

 

Text: Frankfurter Forum für Altenpflege


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