FFA von  

Alzheimergesellschaft Frankfurt feiert Jubiläum – 20 Jahre

Alzheimergesellschaft Frankfurt feiert Jubiläum – 20 Jahre

EINE GESCHICHTE ÜBER AUFKLÄRUNG, HILFE UND VIEL ZUWENDUNG.

Am Valentinstag, den 14.02.2016, öffneten sich die Türen des Frankfurter Kellertheaters für Ehepartner, Angehörige, Freunde und Interessierte, um 20 Jahre Alzheimergesellschaft Frankfurt zu feiern. Dass Menschen mit einer Demenz mitten ins Leben der Familien und in das der Gesellschaft gehören, zeigte der einfühlsame Theaterabend.

Bild oben: Stadträtin Rosemarie Heilig hob die basisorientierte Arbeit der Alzheimergesellschaft Frankfurt hervor. Foto: Beate Glinski-Krause

 

Im Kellertheater füllten sich die Reihen von Menschen mit und ohne Demenz. Eine Frau sagte, dass es für sie ein kleines Wagnis war, mit ihrem Mann, der nicht mehr sprechen kann, zu kommen. Die beiden hatten sich an den Rand der Bestuhlung gesetzt und kamen mit Besuchern in Kontakt. Die Frau erzählte vom gemeinsamen Leben mit ihrem Partner, wie sie zusammen ein Unternehmen aufgebaut und Kinder großgezogen hatten. Unterdessen legte der Mann den Arm um die Schultern seiner Frau und er freute sich zunehmend, in dieser Umgebung mit anderen Leuten zusammen zu sein.

 

Geburtstagsglückwünsche

Doch bevor das Bühnenstück begann, wurden herzliche Geburtstagsgrüße ausgerichtet. Monika Kaus, Vorsitzende der Alzheimergesellschaft Deutschland, hob das Engagement von Erhard Thiel und Margot Unbescheid hervor. “Beide kennen genau die Interessen und Bedürfnisse von Menschen mit Demenz, weil sie selbst pflegende Angehörige sind,” so Kaus. Darüber hinaus hätten sie den 1. und 2. Vorsitz der Frankfurter Alzheimergesellschaft inne. Insgesamt helfe der gesamte Vorstand samt Geschäftsführung den Angehörigen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben und gebe emotionale Unterstützung.

Stadträtin Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt und Gesundheit, lobte den Einsatz des Jubiläumsgremiums, denn die Alzheimerdemenz sei vor noch nicht langer Zeit verschwiegen worden. Das heißt, dass Angehörige nur wenig darüber erfuhren, was sie tun können. Doch nun gehe man einen anderen Weg, den die Alzheimergesellschaft Frankfurt geebnet habe. Daher würdigte sie die Ansprache an die Angehörigen, insbesondere für jene Pflegenden, die aus Sorge um ihre Angehörigen nicht mehr die Wohnung verließen. Aus diesen vielen Gründen sei die Alzheimergesellschaft in Frankfurt eine so wichtige Institution. Sie leistet einen basisorientierten Einsatz für die Betroffenen.

 

Akzeptanz von Demenz erhöht

Mit Stolz blicke man auf 20 Jahre zurück, so Erhard Thiel – 1. Vorsitzender der Frankfurter Alzheimergesellschaft, weil man es geschafft habe, die Akzeptanz der Demenz zu verbessern und die Aufmerksamkeit der Gesellschaft darauf zu richten. Die Wendung weg vom schamhaften Verbergen und weg von der Isolation sei ein bedeutender Schritt hin zur Verbesserung für das Leben von Angehörigen und Betroffenen geworden. Daher werden auch künftig Betroffene und Angehörige im Mittelpunkt der Arbeit stehen, weil sie sehr hohen psychischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt seien. In einfühlsamer Weise vermittele das Theaterstück “Am Horizont” die Botschaft, dass trotz einer Alzheimerdiagnose das Leben weitergehen kann – nur anders und dennoch sinnvoll.

 

Die Schauspieler von „Am Horizont“ (v.l.n.r.) : Walter Jauernich, Susanne Lammertz und Tim Vollrad-Kühne. Foto: Beate Glinski-Krause

Bild oben: Die Schauspieler von „Am Horizont“ (v.l.n.r.) : Walter Jauernich, Susanne Lammertz und Tim Vollrad-Kühne. Foto: Beate Glinski-Krause

 

Das Theaterstück „Am Horizont“ – für Kinder ab 10 Jahren geeignet

Das Dreipersonenstück präsentiert aktuell das Ensemble Theater Skyline im Kellertheater. Regie hatte Jan Schub und Petra Wüllenweber ist die Verfasserin.

Es spielen: Großvater (Walter Jauernich), dereinst Olympiateilnehmer, sein schwimmbegeisterter 12-jähriger Enkel Janek (Tim Vollrad-Kühne) und dessen Mitschülerin Susanne (Susanne Lammertz). Der Enkel lebt und wohnt mit dem Opa und der berufstätigen Mutter zusammen. Bestärkte der Großvater anfangs den Enkel, wie man sich auf einen Schwimmwettkampf vorbereitet, so nehmen die Verhaltensweisen des alten Mannes zunehmend groteske Züge an. Der Junge brauchte lange Zeit, um eine Erklärung dafür zu finden. Unterdessen werden seine Zensuren schlechter. Die Mitschülerin Susanne hilft ihm beim Vokabeltest. Wie stark der Enkel in der ganzen Situation alleine gelassen ist, zeigt seine Erkenntnis, dass der Opa wohl eine Demenz hat. Er kann das seiner Mitschülerin Susanne zunächst auch nicht direkt mitteilen.

 

Weitere Informationen zum Stück:

Die Aufführungen „Am Horizont“ werden im Spielplan des Kellertheaters angekündigt:

www.kellertheater-frankfurt.de/produktionen/gaeste/amHorizont/

 

Geschäftsstelle des Alzheimergesellschaft Frankfurt

Dipl.Psych. Ruth Müller

ruth.mueller@frankfurt-alzheimer.de

Tel. 069 / 677 366 – 33 und Fax – 36

 

Text: Beate Glinski-Krause



Mir gefällt dieser Artikel  


Kommentare sind geschlossen.