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10 Jahre Frankfurter Programm Würde im Alter

10 Jahre Frankfurter Programm Würde im Alter

Am 14.12.2000 beschloss die Stadtverordnetenversammlung im Römer ein Sofortprogramm, das vorwiegend älteren Menschen mit Orientierungsproblemen zugutekommen sollte. Die Volksvertreter ahnten damals noch nicht, dass sich aus ihrem Beschluss ein Modell entwickeln würde, das bundesweit einmalig ist. Die Heime erhalten 1,85 Mio. Euro für 27 Einzelprojekte wie z. B. das Einrichten von Wohngruppen für Menschen mit Demenz. In der Zeit zwischen 2006 und 2009 wurden vier neue Projektangebote eingeführt, die alle Heime nutzen können. Es hat sich gezeigt, dass demenziell erkrankte wie auch orientierte Neuwohner viel Ansprache und eine überschaubare soziale Umgebung brauchen, um sich sicher und geborgen zu fühlen.

Viele Einrichtungen haben sich im Laufe des Programms für unterschiedliche Konzepte der psychosozialen Betreuung entschlossen. Dazu zählt das Pflegemodell nach Erwin Böhm, das besonders die biografischen Vorlieben eines Menschen berücksichtigt. Er kann sich meist besser orientieren, wenn er Gegenstände um sich hat, die er gut kennt. Das Modell nach Tom Kitwood befähigt das Betreuungspersonal, für Heimbewohner zu einfühlsamerem Verstehen zu gelangen. Dieses hilft, besser die Ängste von Demenzerkrankten zu erkennen, zu mildern, gar zu beseitigen. Einhergehend dazu können die Heime auch kunst- und musiktherapeutische Angebote anbieten. Dann besucht z. B. eine Gitarrenspielerin einen bettlägerigen Menschen und spielt ihm seine Lieblingslieder vor.

Zum Programm gehört auch der sechswöchig stattfindende Erfahrungsaustausch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die geförderten Maßnahmen umsetzen. Es finden auch gemeinsame Fortbildungen statt wie etwa der Umgang mit Psychopharmaka. Am Erfahrungsaustausch müssen alle Projektmitarbeiter teilnehmen. Daran und an den gemeinsamen Fortbildungen können auch nicht geförderte Frankfurter Altenpflegeheime mitmachen.

Dank der allen Heimen zugänglichen Projekte kann sich Personal aus vielen Häusern am fachlichen Dialog beteiligen. So bietet etwa das Ethikkomitee Pflegekräften an, für schwierige Situationen – etwa der Sterbephase – fachliche Beratung und Unterstützung zu erhalten. Das Projekt „Privatheit im Altenpflegeheim“ kümmert sich darum, Mitarbeitern im Heim mehr Verständnis für die Privatsphäre von Heimbewohnern zu vermitteln.
In einem andern Projekt, das seit 2006 besteht, haben die Heime die Chance, Ehrenamtliche besser ins Heimleben einzubeziehen, sodass sie mehr Freude und Sinn erleben. Dazu sind durchdachte Konzepte erforderlich, um den Ehrenamtlichen im Heim mehr Handlungssicherheit zu geben. Dafür hat ein bürgerschaftlich orientiertes Institut die Weiterbildungsarbeit übernommen. Das gilt auch für die Projekte schmerzlindernder Pflege und Betreuung sowie Abschiedskultur.

Profis und Stadtgesellschaft Hand in Hand. Dank der kommunalen Förderung sind Strukturen entstanden, in denen heimübergreifend Pflege- und Betreuungskräfte, Angehörige und Ehrenamtliche zusammen an Weiterbildungen zum Thema Demenz teilnehmen. Das Programm ist an einem Punkt angelangt, an dem professionelles Wissen und zivilgesellschaftliches Engagement enger zusammenkommen. Eine zuständige Fachbedienstete des Frankfurter Jugend- und Sozialamtes entwickelte und erweiterte das Gesamtkonzept, um allen Altenpflegeheimen eine Teilnahme am Programm zu ermöglichen. In dieser Ausprägung ist das Frankfurter Programm Würde im Alter einzigartig und entstammt einer Initiative der Altenpflege für die Altenpflege in Frankfurt – FFA.



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